Zum Anschlag gegen die Redaktion des „Charlie Hebdo“

veröffentlicht am 9. Januar 2015

Anlässlich des terroristischen Mordanschlages gegen die Redaktion des „Charlie Hebdo“ in Paris veröffentlichen wir die Erklärung der SCHURA, des Rates der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg, dazu (s.u.).

In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf einen offenen Brief von 120 namhaften Islam-Gelehrten aus der ganzen muslimischen Welt an die Führer des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) unter http://www.lips-org.ch/documents/ISLAMgegenIS-ISISOffenerBriefanal-Baghdadi_000.pdf und einen informativen Artikel der Hamburger Wissenschaftlerin Dr. Katajun Amirpur, Professorin für islamische Studien und islamische Theologie an der Universität Hamburg, zu diesem offenen Brief. Sie finden diesen Artikel unter http://www.nzz.ch/feuilleton/der-koran-bedarf-der-auslegung-1.18422963 . Beide Texte setzen sich mit der Beziehung von Islam und Gewalt auseinander.

Und auch wenn die Konferenz „Extremismus als islamische und gesellschaftliche Herausforderung“ bereits am 10.1.2015 stattgefunden hat, bietet deren Tagesordnung sie einen informativen Einblick in die innerislamische Auseinandersetzung mit religiösem Extremismus: http://www.schurahamburg.de/images/2000_download/konferenz_2015.pdf

Es ist uns wichtig, gegen jede Form von Pauschalierung gegenüber dem Islam, die zu Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit führt, die Glaubensüberzeugungen der muslimischen Mehrheit zu stellen, die sich dezidiert gegen jede Form von Gewalt wenden.

Erklärung der SCHURA, dem Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg, anlässlich des Terroranschlags in Paris auf die Zeitung „Charlie Hebdo“:

Am 07 Januar 2015 kam es in Paris zu einem Terroranschlag. Mit einer Kalaschnikow und einem Raketenwerfer bewaffnete Personen griffen die Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ an. Hierbei wurden 12 Menschen getötet und etliche Menschen verletzt. Laut Augenzeugenberichten sollen die Täter hierbei „Allah ist größer“ gerufen und behauptet haben, sie würden den Propheten Muhammed (Allahs Friede und Segen über Ihn) rächen.

Wir erklären in aller Deutlichkeit, dass sich niemand bei einem Angriff auf unbewaffnete Zivilisten und Polizisten auf den Islam berufen kann, ganz gleich aus welchem Anlass. Wir verabscheuen die Tat und verurteilen sie aufs Schärfste. Sie hat uns erschüttert und als Muslime besonders betroffen gemacht. Ohne Zweifel versündigen sich die Täter gegen Gott und den Menschen. Sie rächen nicht den Propheten, sondern stehen mit ihrer Tat im hochgradigen Gegensatz zu der vom Propheten Muhammed (Allas Friede und Segen über Ihn) verkündeten Offenbarung Gottes. Mit ihrer Gewalt verleumden sie den Propheten Muhammed (Allahs Friede und Segen über ihn) und alle Muslime, die wahrhaftig glauben. Wir bitten alle unsere Mitbürger, den Terroristen nicht dadurch zum Erfolg zu verhelfen, indem wir unseren gesellschaftlichen Frieden opfern. Dies ist das Ziel der Täter.

Wir Möchten unser Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer zum Ausdruck bringen. Ohne Zweifel werden die Täter zur Rechenschaft gezogen werden, wenn nicht auf Erden, so doch spätestens am Jüngsten Tag.