Matthias Ristau: Der neue Seemannspastor der evangelischen Nordkirche ist in Neugraben aufgewachsen

veröffentlicht am 20. Mai 2014

Seemannspastor Matthias Ristau

Matthias Ristau (45) ist der neue Seemannspastor der Nordkirche. Man findet ihn in der Deutschen Seemannsmission Hamburg-Altona in der Großen Elbstraße 132, Blick auf Elbwellen, Schiffe und Hafen.

Allerdings nicht nur dort, denn er ist für insgesamt 7 Seemannsmissionen zuständig: Hamburg-Altona, Hamburg ( Krayenkamp), Hamburg-Harburg – bekannt unter „Duckdalben“, Brunsbüttel, Kiel, Lübeck und Rostock.

Da ist Reisen angesagt und das nicht nur mit dem Fahrrad, der S-Bahn oder dem HVV-Schiff, wie es innerhalb des Hamburger Hafens für Matthias Ristau seit seinem Amtsantritt im Oktober 2013 normal ist, ebenso übrigens wie der Weg von seinem jetzigen Wohnort Wedel in die Große Elbstraße, wenn er im Büro in Hamburg Altona arbeitet.

Aufgewachsen ist Matthias Ristau im Holtknebel in Neugraben. Er erinnert sich gern an seine Schulzeit dort. Vor 31 Jahren, so erinnert er sich, ist er von Pastor Egge de Wall in der Michaeliskirche konfirmiert worden.

Das Leben führte ihn über Berlin, Brasilien, Süderlügum an der dänischen Grenze, wieder Brasilien, Kiel und wieder nach Hamburg zurück. In Brasilien lernte er seine Frau kennen, mit der er zwei Töchter hat.

In Kiel arbeitete er in der Gemeinde Gaarden gemeinsam mit der Kieler Tafel und der Stadtmission, die Hunderte von Menschen mit Essen versorgen. So sieht er seine Aufgabe auch heute: „Wir wollen nicht alle zu Christen machen, aber wir wollen beistehen, helfen und unterstützen.“ Diesen Dienst an den Menschen zu tun, deshalb ist er Pastor geworden.

Sturzhelm und Sicherheitsjacke hängen im Büro, die er bei seinen Schiffsbesuchen im Hafen trägt, wenn er dort die Hilfsangebote der Seemannsmission bekannt macht. Schon jetzt kann er viele Geschichten über das Leben der Besatzungen in einer globalisierten Welt erzählen, in der Mindeststandards für grundlegende Beschäftigungs- und Sozialrechte immer noch nicht eingehalten werden. Im März ist er auf einem Containerschiff in die Dominikanische Republik gefahren, um sich ein Bild vom Leben der Seeleute zu machen.

Matthias Ristau hat einen Vertrag über fünf Jahre in der Seemannsmission, der einmal verlängert werden kann. Wohin es den Weltbürger Ristau dann ziehen wird, weiß er nicht. Die Kollegen aus seiner Vorgängergemeinde in Kiel haben ihm zum Abschied einen Kompass geschenkt. Der steht nun in einem kleinen Arrangement auf seinem Schreibtisch. Die Richtung, seine Richtung, so ist sich Matthias Ristau sicher, wird ihm dadurch täglich auf liebevolle Weise versinnbildlicht: sein Engagement für die, die am Rande stehen und denen beizustehen er als seine christliche Aufgabe angenommen hat.

Text und Fotos: JRWöhlke