Angedacht

veröffentlicht am 20. Januar 2012

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“

Dieses Wort aus dem 2. Korinterbrief 12,9 ist die Losung, die uns durch das Jahr 2012 begleiten wird. Wie ist das eigentlich mit unserer Kraft, dem eigenen Schaffensdrang und unserer Erfahrung von Schwäche? Mir fallen zwei ganz unterschiedliche Reaktionen ein:

„Nein Mama, ich alleine!“ tönt es durchs ganze Haus, wenn mein 2jähriger Sohn partout nicht will, dass ich ihm Schuhe, Jacke, was auch immer anziehen will.

Und dann drei Generationen weiter höre ich meine Großmutter reden: „Ach, das ist schlimm, ich kann kaum noch was allein, bin immer mehr auf Hilfe von anderen angewiesen.“

Das ist der Lauf der Zeit: eben noch waren wir groß und stark, um die Welt zu erobern und dann muss jeder von uns irgendwann feststellen, so wie früher, kann ich nicht mehr.

Niemand ist gerne schwach! Aber wenn wir schwach sind, dann sollen wir wissen:

Gott ist da! Gottes Kraft macht mich stark, auch wenn ich schwach bin. Und gerade wenn ich schwach bin, kann ich besondere Erfahrungen mit Gott machen.

Wichtig finde ich, dass Krankheit und Schwächen nicht die Voraussetzung von Erfahrungen mit Gott sind. Aber es sind Lebenssituationen an denen Gott auch mit seiner Liebe, Gnade und Hoffnung wirkt und unsere Seele aufrichtet und stärkt. „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ – symbolisch findet dieser Zuspruch im Kreuz sein Bild. Im Kreuzesgeschehen vollendet sich Gottes Kraft. Gottes Kraft ist die Liebe und diese führt uns zur Auferstehung. Gott segne Sie in diesem Neuen Jahr,

Ihre Corinna Senf